Donnerstag, 17. Mai 2012

Pasta Mondovi - Oder Nudeln als Lebensretter


Pasta mit vegetarischer Hackfleischsauce
Seit ich denken kann, gibt es in meiner Familie ein Nudelgericht, namens " Pasta asciutta,"(kurz Pasta Schuta), das regelmäßig gekocht wird und das alle - besonders die Kinder- gerne essen. In meiner Schulzeit kochte meine Mutter dieses Gericht mindestens einmal die Woche. Ich erinnere mich, dass meine Schulfreunde es gar nicht kannten.
Ich hatte großes Mitleid, denn Pasta Schuta war mein Lieblingsgericht. Wie sollte man ohne Pasta Schuta auskommen? Und vielleicht gab es stattdessen ekligen Steckrübereintopf oder gar gebratene Leber....! Weil mir meine Schulkameraden so leid taten, lud ich sie der Reihe nach ein, bei uns zu Haus Pasta Schuta zu probieren. Alle waren begeistert und lagen ihren Mütter in den Ohren, sie sollten doch auch Pasta Schuta kochen.
Meine Mutter briet dazu Zwiebeln und Paprika scharf an, gab das Hackfleisch dazu und dann noch passierte Tomaten und Tomatenmark. Gewürzt wurde das ganze mit Salz und Pfeffer.
Erst viele Jahre später erfuhr ich von meiner Tante, wer dieses Gericht in unsere Familie gebracht hatte: Mein italienischer UrUrgroßvater, von dem leider nur noch der Nachname überliefert ist: Mondovi. Er  ließ sich aus seiner Heimat immer Nudeln schicken. Seine Nudelvorräte waren es übrigens, die die Familie durch den Zweiten Weltkrieg brachten und dafür sorgten, dass sie nicht hungern musste: "Opa Mondovi" hatte riesige Vorräte angelegt, von der die Familie lange zehren konnte.Eine ganze Speisekammer voller Nudeln.Packungen mit Spirelli, Linguine, Penne, Spaghetti und Farfalle, die sich an der Rückwand der Speisekammer stapeln-so stelle ich mir es vor. Viele Menschen sind damals verhungert und ohne Opa Mondovis Nudelvorräte gebe es mich sicher auch nicht.
Ich habe Pasta Schuta etwas abgewandelt oder sagen wir verfeinert. Und natürlich gibt es kein Hack, sondern Soja.
Pasta Mondovi mit Parmesan und italienischem Rotwein
Zutaten: Eine Dose Tomaten, Gemüsebrühe, ein bis zwei rote Paprika, eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, 75 g Sojaschnetzel fein, Basilikum und Petersilie, Pfeffer und Salz.
Dazu Nudeln je nach Wunsch.

Zubereitung: Zunächst die Sojaschnetzel  mit etwas Gemüsebrühe aufgießen und quellen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel  und die Paprika klein hacken und mit etwas Knoblauch angebraten. Die Tomaten aus der Dose hinzugeben und das Sojagranulat. Was die Dosen-Tomaten angeht, so verwende ich übrigens nur noch die Bio-Tomaten von Alnatura. Die sind super fruchtig und von sehr guter Qualität. Die Alternative ist: Frische Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen und enthäuten. Geschmacklich nicht zu übertreffen, aber aufwändig.
Zurück zur Sauce: Diese ungefähr 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluß kommen zu den Tomaten noch frischer Basilikum und jede Menge gehackte Petersilie. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ich nenne das Gericht übrigens nicht mehr Pasta Schuta, sondern- zu Ehren meines UrUrgroßvaters -  "Pasta Mondovi". Buon Appetito!

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