Sonntag, 10. November 2013

Falafel - mit alles!

Falafel im Wrap
Ein Orkan in Hamburg sorgte neulich dafür, dass der öffentliche Nahverkehr zusammen brach. Ich musste einige Zeit an der U-Bahn tot schlagen und landete in einem türkische Imbiss, wo ich mir Falafel bestellte und eine Menge Zeit hatte, das Kommen und Gehen zu beobachten.
Dabei fiel mir auf, dass die Bestellung eine Falafels oder eines Döners einer bestimmten Dramaturgie folgt. Man kann nicht einfach in einen Imbiss gehen und sagen:  "Ich möchte einen Falafel mit Salat und Currysauce zum Mitnehmen."
So läuft das nicht!  Zunächst bestellt man das Grundgericht:" Ein Falafel, bitte." Daraufhin werden die Falafel in die Fritteuse gelegt und in Öl gebacken. Der Imbisswirt - nennen wir ihn Mesut- stellt dann eine wichtige Frage und diese Frage wird immer auf deutsch gestellt, selbst wenn der Besteller selbst Türke ist und der ganze Dialog vorher auf türkisch geführt wurde: " Mit alles?"
"Mit alles" bezieht sich auf verschiedene Salate wie Tomatensalat, Krautsalat oder grünen Salat. Aber nicht auf Zwiebeln. Die sind so delikat, dass sie nicht unter "alles" fallen. Denn gerade, wenn man grammatikalisch falsch " Ja, mit alles" geantwortet hat und Mesut routiniert verschiedene Salate in ein Fladenbrot häuft, fragt er: "Mit Zwiebel?" Hat man das geklärt, geht es an die Wahl der Sauce: "Joghurt, Curry oder scharf?" Hm. Alle Saucen haben Joghurt als Grundlage. Und was enthält wohl "scharf"? Vermutlich Chili. Die Sauce ist Betriebsgeheimnis, so viel ist klar. Gar nicht so einfach, aber irgendwie spaßig. Denn Mesut, der mich charmant mit " Madame" anspricht, hält sich stoisch an die Dramaturgie, egal was ich sage....

Heute gibt es also Falafel - oberleckeres Fastfood. Vegan  noch dazu und gesund, wenn man sie selbst macht und nicht in der Fritteuse.
Zutaten: Eine Dose Kichererbsen, Koriander oder Petersilie nach Belieben, abgeriebene Schale einer halben Zirone, ein Esslöffel Mehl, ein Esslöffel Paniermehl, ein Teelöffel Harissa, einen Teelöffel Cumin, etwas Zimt, eine Prise schwarzer Pfeffer und Salz.

Joghurt-Curry-Sauce
Zubereitung: Die Kichererbsen in einem Sieb gut abtropfen lassen und anschließen mit einem Kartoffelstampfer oder Pürierstab zerkleinern. Mehl und Zitronenschalen hinzugeben und die Gewürze. Die Hände anfeuchten und kleine Kugeln aus der Masse formen. In heißem Fett braten. Dazu gibt es Salat und Currysauce. Man kann Reis dazu servieren oder die Falafel in einem Wrap oder Fladenbrot anrichten. Fertig. Guten Appetit!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen